50N8O

50° Nord, 8° Ost, das sind ungefähr die Koordinaten, wo ich zu Hause bin und das Hobby Astronomie betreibe.

Schutzhütte Als Mitglied der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Rheingau (AAR) kann ich die Vereinssternwarte in Presberg auf dem Rheinberger Hof nutzen. Presberg liegt in 380 m Höhe bereits nördlich des Taunuskamms auf einer kleinen Ebene, die von Grolochtal, Wispertal, Hüttental und Ernstbachtal begrenzt wird. Diese "Mesa" ist das am weitesten westlich gelegene astronomisch brauchbare Gebiet, das vom Rheingau aus ohne Rhein-Überquerung erreichbar ist. Weiter vom Rhein-Main-Gebiet komme ich ohne größeren Fahraufwand nicht weg.

Bedingungen

Lichtverschmutzung im Großraum Rhein-Main, © AVEX 2006 Der Rheingau liegt am westlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets, eines Ballungsraums von 2.500 km2 mit ca. 2,2 Millionen Einwohnern, dem Frankfurter Flughafen, zahlreichen Städten und Industriekomplexen mit entsprechender Lichtverschmutzung. Zwar hat sich seit den 70er Jahren die Luftverschmutzungssituation stark verbessert, sodass die Durchsicht häufig trotz der hohen Luftfeuchtigkeit durch den Rhein brauchbar ist, aber die Lichtverschmutzung und die Ausdehnung der Lichtglocken haben zugenommen. Die Kondensstreifen der Flugzeuge, verantwortlich für einen Großteil der Bewölkung während Schönwetterlagen, verschlimmern die Lage von Jahr zu Jahr.
Am Standort der AAR-Sternwarte ist trotz der Nähe zum Ballungsraum in einer durchschnittlichen Nacht die Milchstraße gut zu sehen, im Zenit sogar mit feinen Strukturen; M31 ist in der Regel problemlos mit bloßem Auge sichtbar.
Jedoch sind im Osten schwächere Objekte unterhalb 40° Höhe über dem Horizont in der Lichtglocke nicht auszumachen, im Süden gilt das gleiche unterhalb 20° Höhe, sodass die Objekte der Sommermilchstraße im Schützen oder Skorpion selten einmal gut zu sehen sind.
In einer durchschnittlichen Nacht erreicht unser Himmel nach der Bortle-Dark-Sky-Skala eine 4 (Übergangsbereich Vorstadt- zu Landhimmel), in einer der seltenen guten Nächte erreicht er eine 3 (Landhimmel).

Astrofotografie

Die Erkenntnis, dass mit Hilfe digitaler Kameras und Bildverarbeitungstechniken DeepSky-Objekte trotz des orange-grauen Himmelshintergrundes wieder sichtbar gemacht werden können, brachte bei mir eine Neuorientierung von der rein visuellen Beobachtung zur fotografischen Technik.

40cm-Newton beim Arbeiten Angefangen habe ich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, einer Canon EOS 300D an 4- und 6-Zoll-Optiken, und ein langer Kampf gegen die und mit der Technik begann. Lange ging es nur noch darum, ein immer komplexer werdendes System gegen alle Widrigkeiten zum Laufen zu bringen. Aber es hat sich gelohnt, es gibt Aufnahmen.
Damit die Herausforderungen nicht geringer werden, verwende ich seit dem Sommer 2008 eine CCD-Astrokamera, eine SBIG ST10XME, inzwischen auch eine QSI320ws. Immer noch fern von Perfektion, es wird jedoch stetig besser.

Im März 2009 gelangen die ersten längeren Belichtungen mit größeren Optiken, seit April 2014 mit einem 40cm Newton.


Neue Aufnahmen


... und ein paar mehr.

© Friedhelm Hübner, 2009; letzte Aktualisierung: 05.06.2016